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Werbeartikel, die niemand wegwirft: Was die GWW-Zahlen wirklich bedeuten
03.06.2026 SilentLink-Team ≈ 2 Min Lesezeit
Das Wichtigste
- Die GWW-Wirkungsstudie 2019 bescheinigt Werbeartikeln 90 % Nutzungsrate und 70 % Markenerinnerung — bessere Werte als die meisten digitalen Kanäle.
- Das Problem steht nicht in der Studie: Für Ihr einzelnes Budget ist diese Wirkung unsichtbar. Kein Kontakt, kein Lead, keine Zahl fürs nächste Budgetgespräch.
- Die Lösung liegt nicht in mehr Logo, sondern in mehr Funktion: Ein Werbeartikel, der dauerhaft etwas kann, wird behalten — und ein Artikel, der aktiviert wird, wird messbar.
Es gibt eine Zahl, die auf keiner Werbeartikel-Messe fehlt: 90 Prozent. So viele Empfänger nehmen Werbeartikel laut GWW-Wirkungsstudie 2019 mit und nutzen sie. Dazu rund 70 Prozent Markenerinnerung und 62 Prozent, die ihren Artikel länger als ein Jahr behalten. Kennzahlen, von denen Display-Werbung nur träumen kann — kein Adblocker, kein Banner-Blindflug, ein physisches Objekt im Alltag des Kunden.
Wer mit diesen Zahlen ein Budget verteidigt, hat trotzdem ein Problem. Es steht nur nicht in der Studie.
Die Wirkung ist real — aber sie ist nicht Ihre
Branchenstudien messen die Gattung, nicht Ihre Kampagne. Dass Werbeartikel im Durchschnitt erinnert werden, sagt nichts darüber, ob Ihre 2.000 Messe-Give-aways gewirkt haben — oder ob sie im Papierkorb des Hotelzimmers gelandet sind. Nach der Übergabe herrscht Funkstille: kein Kontakt, kein Lead, keine Zuordnung im CRM. Im nächsten Budgetgespräch steht dann eine Studienzahl gegen die berechtigte Frage des Controllings: „Und was hat es uns gebracht?“
Digitale Kanäle haben dieses Problem nicht — und gewinnen deshalb Jahr für Jahr Budget, obwohl ihre Sichtbarkeit pro Euro oft schlechter ist. Nicht weil sie besser wirken, sondern weil sie besser beweisen.
Der Sortier-Test: Schublade oder Schlüsselbund?
Bevor Messbarkeit überhaupt zum Thema wird, entscheidet eine viel banalere Hürde über die 90 Prozent: Wird der Artikel behalten? Die ehrlichste Prüffrage dafür lautet: Würde der Empfänger ihn vermissen?
Ein Kugelschreiber wird nicht vermisst — es gibt drei weitere in der Schublade. Eine Tasse wird nicht vermisst. Ein Verlustschutz am Schlüsselbund dagegen schützt das Objekt, dessen Verlust richtig wehtut: Schlüsseldienst ab 200 Euro, neue Schlösser, ein verlorener Tag. So ein Artikel wird nicht nur behalten — er wird benutzt, jeden Tag, und er wandert nie in die Wühlkiste, weil er etwas kann, das über das Logo hinausgeht.
Das ist der eigentliche Hebel hinter den GWW-Zahlen: Die 62 Prozent Langzeitnutzung erreichen Artikel mit Nutzen — nicht Artikel mit besonders großem Logo.
Vom behaltenen Artikel zum belegbaren Ergebnis
Bleibt die Beweisfrage. Und hier passiert gerade der interessanteste Wandel der Branche: Werbeartikel bekommen einen digitalen Rückkanal. Ein Verlustschutz mit Kontaktfunktion muss vom Empfänger einmalig aktiviert werden — und dieser Aktivierungsmoment ist der Touchpoint, den es bei Kugelschreiber und Tasse nie gab: ein Zeitpunkt, eine Person, eine messbare Handlung. Wer mag, verbindet ihn mit einem Lead-Formular, einer Terminbuchung oder einem Aktionscode.
Damit dreht sich die Budget-Logik um. Aus „wir glauben an die Studienzahlen“ wird: 2.000 Stück ausgegeben, X aktiviert, Y Kontakte, Z Termine. Haptische Werbung mit digitaler Beweisführung — die Stärke des einen Kanals, die Rechenschaft des anderen.
Die GWW-Zahlen sind also kein Verkaufsargument für „mehr vom Gleichen“. Sie sind der Beleg, dass das Medium funktioniert — und eine Einladung, endlich auch den eigenen Anteil daran zu messen.
Häufige Fragen
Was ist die GWW-Studie überhaupt?
Der GWW (Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft) lässt regelmäßig die Wirkung haptischer Werbung untersuchen. Die Werte der Wirkungsstudie von 2019 — rund 90 % der Werbeartikel werden mitgenommen und genutzt, rund 70 % der Empfänger erinnern die werbende Marke, 62 % nutzen Artikel länger als ein Jahr — gehören zu den meistzitierten Kennzahlen der Branche.
Heißt das, klassische Give-aways sind Geldverschwendung?
Nein — sie wirken nachweislich auf Erinnerung und Sympathie. Nur lässt sich diese Wirkung für ein einzelnes Unternehmen kaum belegen oder optimieren. Wer Budget verteidigen muss, braucht zusätzlich einen messbaren Rückkanal: Aktivierungen, Kontakte, Termine.
Woran erkenne ich einen Werbeartikel, der behalten wird?
An einer ehrlichen Frage: Würde der Empfänger ihn vermissen? Artikel mit dauerhafter Funktion — am Schlüsselbund, am Koffer, am Halsband — bestehen diesen Test. Artikel, deren einzige Funktion Ihr Logo ist, bestehen ihn fast nie.